Countdown – Rückführung nach Zeitplan

Aufgrund unserer Erfahrungen und Erfolge aus der Vergangenheit übernehmen wir hier die Garantie für einen verbindlichen Rückführungstermin in die Herkunftsfamilie und tragen die entsprechenden Risiken: Nach einer dreimonatigen Diagnose- und Orientierungsphase der anvertrauten Person in unserer Einrichtung wird in einer Konferenz aller Beteiligten der Rückführungstermin verbindlich festgelegt. Vorausgesetzt wird u. a. die ausdrückliche Bereitschaft der Herkunftsfamilie zur systemischen Familientherapie mit entsprechender Mitarbeit. Erfolgt die Rückführung trotz Erfüllung der Voraussetzungen nicht zum vereinbarten Termin, reduziert sich der Tagespflegesatz. Nach der erfolgreichen Rückführung der anvertrauten Person in die Familie findet eine familientherapeutische Nachsorge über ca. drei Monate durch die Lebensgemeinschaft Nordland statt.

Lernender Betrieb

Qualifizierte, motivierte und flexible MitarbeiterInnen sind Quelle und Voraussetzung für die spezifische Arbeit der Lebensgemeinschaft Nordland – eine unserer tragenden Säulen.

Als systemisch orientierte Einrichtung verstehen wir uns als „Teil des Systems“. Wir fördern und fordern unsere MitarbeiterInnen durch Fort- und Weiterbildungen, kollegiale Beratung und verbindliche Supervisionen. Die regelmäßige Reflektion und die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie fördert die Authentizität unserer MitarbeiterInnen und damit die Fähigkeit zum Umgang mit und die Beteiligung von anvertrauten Personen. Deshalb erwarten wir von unseren MitarbeiterInnen ein Engagement, das auch über allgemeine Arbeitszeiten hinausgehen kann.

Teamgeist, Wir- Gefühl und Aufbruchstimmung prägen den Charakter von Fortbildungen. Konstruktive Kritik zu nehmen und zu geben wird laufend geübt:

  • Über zwei Tage pro Halbjahr bieten wir allen Mitarbeitenden externe systemische Supervision, an denen wir betriebliche Abläufe analysieren, bewerten und entsprechende Veränderungen einleiten.
  • Monatlich arbeitet jede einzelne Gruppe für sich mit einer externen systemischen Supervisorin. Entwicklungsbesprechungen einzelner anvertrauter Personen als auch teaminterne Konflikte werden hier in den Fokus gerückt und bearbeitet.
  • Monatlich wird bereichsübergreifend kollegiale Beratung als Training zum sozialräumlichen Arbeiten durchgeführt.
  • 2× jährlich laden wir zu Fachtagungen mit speziellen Themen wie Aggression, Elternschule, sozialraumorientierte Ressourcenentwicklung, Suchtprävention und Intervention, sexuellem Missbrauch, Erkennen von und Umgang mit psychiatrischen Krankheitsbildern zu uns ein.
  • Regelmäßig ist von allen ein Erste-Hilfe- Kurs zu absolvieren.
  • Fortlaufend befinden sich mehrere unserer Mitarbeitenden in mehrjährigen berufsbegleitenden Weiterbildungen mit den Schwerpunkten systemische Familientherapie, Aggressionsberatung und Beratung bei sexuellem Missbrauch.
  • Wir bieten die Ausbildung Case-ManagerIn an.
  • Weitere Schulungen: Fahrsicherheitstraining (ADAC), Hygienestandards, Erlebnispädagogik etc.
    Die persönliche Entwicklung der einzelnen MitarbeiterInnen ist von Bedeutung, da sie das pädagogische Handwerkszeug im Alltag bildet und der zielgerichteten Umsetzung der Hilfeplanung dient. Die sich daraus ergebenden Kompetenzen finden in Konferenzen und Intervisionen im Alltag ihren Transfer.

Kontinuierliche Qualitätsverbesserung

Die Lebensgemeinschaft Nordland entwickelt die Qualität ihrer Dienstleistungen kontinuierlich. „Was heißt eigentlich Qualität?“ Für uns bedeutet es die Erwartungen unserer Kunden (Kinder, Jugendliche, Familien, Kostenträger) zu erfüllen. Dazu beschäftigen wir uns mit Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität auf verschiedenen Ebenen parallel:

  • Organisationsentwicklung als ständiger Prozess: Wir überprüfen und optimieren kontinuierlich unsere Struktur, die Klarheit und Effizienz der Lebensgemeinschaft Nordland. Die Analyse von individuellen Entwicklungsverläufen anvertrauter Personen kann zu Organisationsveränderungen führen. Sobald wir bewusst wahrnehmen, „was wir tun und wie es sich auswirkt“, stellen wir fest, wo die geforderten bzw. angestrebten Ziele und das bisher Erreichte auseinanderklaffen.
  • In Qualitätszirkeln (monatlich) und kollegialer Beratung arbeiten wir Schritt für Schritt daran, die Lücken auf den entsprechenden Ebenen (Konzept, Leitbild, Handlungsleitlinien) zu schließen. Das pädagogische Konzept und die professionellen Kompetenzen werden weiterentwickelt und basieren einerseits auf Erfahrungsauswertungen und andererseits auf Visionen/Zielvorstellungen.
    Zurzeit arbeiten wir verstärkt an der Entwicklung eines gruppenübergreifenden Beschwerdemanagements.
  • Kommunikation und Verantwortung: Die Einrichtungsleiter sind in den Lebensalltag eingebunden und für MitarbeiterInnen erreichbar. Wir führen regelmäßige Treffen auf allen Ebenen durch.
  • Systematische Reflexion der Arbeit: Wir besprechen regelmäßig in kollegialer Beratung, mit und ohne Supervision, lösungsorientiert individuelle Besonderheiten, werten Hilfepläne und Entwicklungsverläufe aus und führen Risikoeinschätzungen im Rahmen von Kindeswohlgefährdung (§ 8 a SGB VIII) durch.
  • Wir beteiligen MitarbeiterInnen und anvertraute Personen an den für sie relevanten Entwicklungen oder Veränderungen.
  • Wir fördern die MitarbeiterInnen-Persönlichkeit und -Qualifikation: Siehe Lernender Betrieb
  • Wir dokumentieren Beobachtungen, Maßnahmen, Teamsitzungen, Ereignisse in der Gruppe, Übergabesituationen, Fallbesprechungen, Risikoeinschätzungen mit einer speziell dafür entwickelten Software.
  • Ein attraktiver Arbeitsplatz lässt unsere MitarbeiterInnen motiviert und engagiert an der Betriebsentwicklung teilnehmen: wir nehmen Wünsche bei der Urlaubsplanung ernst, definieren realistische Aufgaben, bauen Kommunikationsstrukturen weiter aus, berücksichtigen individuelle Stärken und Ressourcen.
  • Zu allen arbeitsrelevanten Vorgängen erhalten die MitarbeiterInnen interne Handreichungen.
  • Kooperationen: Wir arbeiten im Netzwerk mit all den Beteiligten zusammen, die die Entwicklung der anvertrauten Personen voranbringen und damit zum System gehören (z. B. Fachärzten, Schulen, Beratern, Gemeinderat, Jugendämter, (Sport)Vereine, Forum Sozial e. V. etc.).

Krisenmobil

Unser Krisen-Mobil (Wohnwagen) steht zur sofortigen Abfahrt bereit, wenn eine anvertraute Person sich in einer Ausnahmesituation befindet oder droht, dort hinein zu geraten.

Das Krisen-Mobil ist mit zwei Räumen, einer Nasszelle und Solarstromversorgung ausgestattet, sodass eine Betreuung auch in abgelegenen Gebieten möglich ist. Für uns ist der Einsatz des Krisen-Mobils eine (T.I.P.out-) Maßnahme, um einen Abbruch des Aufenthaltes in der Lebensgemeinschaft Nordland bzw. einen Klinikaufenthalt abzuweisen. Entstehende Kosten werden zeitnah mit dem Kostenträger erörtert.

Um aus der Spirale der Eskalation (Entweichen, Delinquenz, Gewalt) auszusteigen, verändern wir das Lebensumfeld der anvertrauten Person und verlagern dieses ggf. ins Ausland. Die dortigen Strukturen (Ortskenntnisse, Sprache, Lebensumstände) bewirken in der Regel eine Hinwendung zu der betreuenden Fachkraft.

Neben der tagesstrukturierenden Ausrüstung (Schulmaterial, handwerkliches Material, Werkzeug) bringen MitarbeiterInnen besondere Persönlichkeitsmerkmale mit, die die anvertraute Person unterstützen, sich ihren Schwierigkeiten zu stellen und neue Lebensperspektiven zu eröffnen.

Vor allem nach mehrwöchiger Abwesenheit wird besonderer Wert auf eine Begleitung durch die bekannte Betreuungsperson während der Re-Integration in den Gruppenalltag gelegt.