Das Brandenburg Haus

Das Brandenburg-Haus der Lebensgemeinschaft Nordland befindet sich in ländlicher, reizarmer Umgebung Brandenburgs. Bis zu vier i. d. R. weibliche Jugendliche werden vor Ort von drei Pädagoginnen intensiv begleitet.

Die Beziehungsqualität ist aufgrund der abgelegenen Lage mit der entsprechenden Infrastruktur außerordentlich verbindlich. Sie ermöglicht den Jugendlichen die strukturierte Auseinandersetzung mit dem Erwachsenwerden, d. h. Erfolg erlernen und Grenzen akzeptieren. Die intensive Förderung und Forderung in den Bereichen Schule, Sport, Arbeit und Übernahme auch unbequemer Tätigkeiten wird täglich trainiert und entwickelt Ressourcen der Jugendlichen.

Das Brandenburg-Haus steht über Videokonferenzen mehrfach wöchentlich (auch nutzbar für Hilfeplangespräche) und zweiwöchige Vor-Ort-Besuche der Leitungskräfte in ständigem Austausch.

Die entsprechende Konzeption lassen wir Ihnen auf Wunsch gerne zukommen.

Schulbegleitung in der Regelschule

Die Lebensgemeinschaft Nordland bietet für SchülerInnen eine Begleitung durch pädagogische Fachkräfte innerhalb der allgemein bildenden Schule an.

Dies ist sinnvoll, wenn

  • eine Schulverweigerung droht,
  • SchülerInnen spezielle Unterstützung innerhalb der Schule benötigen,
  • der Übergang von der Einzelbeschulung in die Regelschule vorbereitet wird und spezifische Verhaltensweisen ein Scheitern befürchten lassen.

In Absprache mit den anvertrauten Personen, zuständigen öffentlichen Trägern und der Schule wird die individuelle Begleitung geplant und durchgeführt. Die Schulbegleitung kann von der Anwesenheit der LehrtrainerInnen im Unterricht bis zur aktiven Unterstützung der anvertrauten Person im Schulalltag verschiedenste Maßnahmen umfassen (denkbar ist auch die Begleitung in ausgewählten Fächern oder an bestimmten Wochentagen). Welche spezifische Förderung zielführend ist und wie viele Stunden sie umfasst, wird in der Hilfeplanung gemeinsam mit der Schule festgelegt.

 

Einzelbeschulung in der Nordlandschule

Für SchülerInnen, denen in ihrer aktuellen Lebenslage eine reguläre Teilnahme in einer allgemein bildenden Schule nicht möglich ist, bietet die Lebensgemeinschaft Nordland eine Einzelbeschulung. In Absprache mit der entsendenden zuständigen Schule und unter Einbeziehung des Schulrates werden die SchülerInnnen in entsprechenden Klassenräumen in Breiholz beschult.

 

Wir gehen davon aus, dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen in besonderem Maße einen Mangel an Erfolg in ihrer bisherigen Schul-Sozialisation erlebt haben. Ein individuelles, niedrigschwelliges Lernprogramm, das besonders praxis- und projektbezogen ausgerichtet ist, sorgt für Erfolgserlebnisse. Außerschulische Aktivitäten und traditionelle Wissensvermittlung ermöglichen es den SchülerInnen, wieder mit Spaß und Freude am Unterricht teilzunehmen. Dazu gehören z. B. auch Schwimmen, Schulausflüge (Wandern, Erkundung der Umgebung, Besichtigungen), Gartenbau, Werken (Steinmetz, Holz), Musizieren, Singen und Handarbeiten (Stricken, Häkeln, Weben).

Über die Einzelbeschulung erreichen wir, dass

  1. schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihres Verhaltens zurzeit vom Besuch der allgemein bildenden Schule ausgeschlossen sind, in der Regel innerhalb von drei bis sechs Monaten wieder integriert werden. In Absprache mit den dortigen Klassenlehrern werden bei uns entsprechende Unterrichtsinhalte nach Lehrplan vermittelt. Ziel ist, die SchülerInnen zu befähigen – ohne stützende und flankierende Begleitung – am Schulunterricht teilzunehmen.
  2. nicht schulpflichtige Jugendliche und Heranwachsende über eine intensive Vorbereitung die Möglichkeit auf einen externen Schulabschlusses erhalten.

Die Anforderungen an die SchülerInnen steigern sich mit der Verweildauer. In der Kleingruppe ist es möglich, die Interessenlage des Einzelnen zu berücksichtigen und dadurch weiter zu motivieren. Gezielte Hausaufgabenhilfe unterstützt SchülerInnen mit reduziertem Lerntempo: die Unterrichtsinhalte werden noch einmal verdeutlicht und wiederholt, sodass sie in die Lage versetzt werden, diese zu erfassen. Wissenslücken werden aufgearbeitet und durch zusätzliches Material gefestigt. Ist das Lern- und Sozialverhalten gefestigt, streben wir den Übergang auf die allgemein bildende Schule in Phasen und in Absprache mit den entsprechenden Fachkräften an. Der individualisierte und differenzierte Unterricht findet montags bis freitags von 8.00 –12.00 Uhr durch zwei LehrtrainerInnen mit maximal sechs SchülerInnen statt. Eine weitere sozialpädagogische Fachkraft steht unterstützend zur Seite. Folgender Fächerkanon wird abgedeckt: Deutsch, Mathematik, Englisch, Biologie, Geologie, Geschichte, Werken, Kunst, Musik, Hauswirtschaft, Handarbeit.

Bei vorliegender vehementer Schulverweigerung ist eine kurzfristige (bis zu fünf Tagen) kostenfreie Teilnahme am Arbeitskompetenz- Training (AKoT) zur Motivationsförderung auf die Einzelbeschulung möglich. Welche Förderung zielführend ist und wie viele Stunden sie umfasst, wird in der Hilfeplanung vereinbart.

Die Einzelbeschulung ist auch teilstationär möglich. Die entsprechende Leistungsvereinbarung senden wir Ihnen gerne zu.

Arbeitskompetenz-Training

Im Rahmen von SGB VIII und XII bietet die Lebensgemeinschaft Nordland Heranwachsenden und jungen Erwachsenen eine qualifizierte Heranführung an das Arbeitsleben, wenn öffentliche Träger keine adäquaten Maßnahmen anbieten.

Die Spannbreite der Zielgruppe umfasst dabei sowohl SchulverweigererInnen bzw. SchulunterbrecherInnen als auch erwachsene Menschen mit Behinderung. Ein von uns erstellter Fähigkeitskatalog zu vorausgesetzten Basisqualifikationen (wie Pünktlichkeit, Auftreten, angemessene Hygiene, sachbezogene Inhalte annehmen) dient als Leitfaden zum individuellen Trainingsprogramm.

Wir halten folgende Arbeitsbereiche vor: Zimmerei (mit Ausbildungsmöglichkeiten), Tischlerei mit 250 m² Werkstatt, Gärtnerei, Hausmeisterei und Hauswirtschaft. Die Arbeitszeiten im Arbeitskompetenz-Training sind dem allgemeinen Arbeitsmarkt angeglichen und bei Bedarf individuell veränderbar. Interne Ziele des Arbeitskompetenz-Trainings sind das regelmäßige Einhalten von Arbeits- und Pausenzeiten, die Entwicklung von Fertigkeiten jeglicher Art, die Aneignung von spezifischem Wissen, der angemessene Umgang mit Konflikten mit Kollegen und ArbeitsanleiterInnen, die Vermittlung von Erfolgserlebnissen.

Im Sinne unserer sozialräumlichen Orientierung entwickeln wir gemeinsam mit der anvertrauten Person konkrete Ziele und Handlungsschritte.
Die Planung und Durchführung (überraschender) Aktivierungsmaßnahmen wirkt in hohem Maße motivierend. Bei den anvertrauten Personen wird die Motivation auf Schule bzw. einen Schulabschluss geweckt.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass vermeintlich „unbeschulbare Kinder“ durch das Erleben konkreter Arbeit ihre Einstellung bezüglich Schule verändern: die Motivation auf Schule bzw. einen Schulabschluss wird geweckt. Die Teilnahme an der Einzelbeschulung ist dann individuell zu besprechen.
Sind die internen Ziele des Arbeitskompetenz- Trainings erreicht, werden Praktika in angrenzende Wirtschaftsbetriebe vermittelt. Dort können sich uns anvertraute Personen für den allgemeinen Arbeitsmarkt empfehlen.

Durch positive Erfahrungen in der Vergangenheit sind verschiedene Kontakte zu Betrieben aufgebaut worden. Die weitergehende Begleitung und Krisenintervention während eines Praktikums findet durch die Lebensgemeinschaft Nordland direkt in den jeweiligen Betrieben statt. Durch die enge Zusammenarbeit und die Präsenz im Betrieb gelingt es, auftauchende Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen.

Das Arbeitskompetenz-Training ist auch teilstationär möglich.

Eltern

Aufgrund unserer systemischen und sozialräumlichen Philosophie kommt der Elternarbeit eine zentrale Bedeutung zu – ganz nach dem Motto: „Mit den Eltern für das Kind“.

Anvertraute Personen bewegen sich u. a. im „Spannungsfeld“ zwischen der Lebensgemeinschaft Nordland und Elternhaus.

Einerseits wollen und sollen Veränderungen stattfinden, andererseits ist unklar, wie Eltern auf Veränderungen reagieren und ob sie diese entsprechend unterstützen können. Nach unserer Auffassung benötigen die uns anvertrauten Personen eine fortgesetzte symbolische „Erlaubnis“ der Eltern, um im Leben und in der Lebensgemeinschaft Nordland Erfolg zu haben.

Zu Beginn der Maßnahme formulieren die Eltern den Wunsch nach Veränderung. Die spätere Not der Eltern, welche sich aus einer tatsächlich positiven Entwicklung ihres Kindes ergibt, ist häufig der Gegenstand intensiver Gespräche. Fragen (wie z. B.: Ist dies der Beweis, dass wir als Familiensystem versagt haben? Was machen „die“ anders als wir? Liegt es nur am Umfeld? Will mein Kind überhaupt zurück zu mir?) wollen geklärt und bearbeitet werden, um die weitere positive Entwicklung der anvertrauten Person zu gewährleisten.

Wir unterstützen die Eltern, in dem wir einerseits entlasten und andererseits klare Aussagen, Handlungen und die Übernahme von Verantwortung fordern. Die intensive Mitarbeit, die Einbeziehung der Eltern und weitere Teilhabe an den Veränderungen und Erfahrungen des Kindes / des Jugendlichen ist für eine erfolgreiche Rückführung eine tragende Säule.
Mit unterschiedlichen Ansätzen ebnet die Lebensgemeinschaft Nordland den Weg für eine positive Entwicklung der anvertrauten Person mit fachlicher Unterstützung der Eltern.

In den wöchentlichen Telefonkontakten berichten die jeweiligen Bezugsmitarbeiter, die sich die Eltern aussuchen, von der Lebenssituation des Kindes. In der Regel entstehen Gespräche, in denen die Eltern Vergleiche zu ihren Erlebnissen ziehen. Erwartungen und Befürchtungen werden besprochen.

In jeder Gruppe steht ein Münzfernsprecher zur Verfügung. Anvertraute Personen können an Telefontagen Kontakt zu Bezugspersonen aufnehmen oder lassen sich dort anrufen. Kinder und Jugendliche lernen verantwortungsbewusst mit dem Fernsprecher umzugehen.

Besuche der Lebensgemeinschaft Nordland bei den Eltern: Ein- bis zweimal jährlich besuchen wir die Eltern in deren Sozialraum. Zu Beginn der Maßnahme geht es um die Familien-Anamnese. Später wird die aktuelle Entwicklung des Kindes thematisiert und der biographische Hintergrund der Familie beleuchtet. Ebenso werden Fragen, nötige Voraussetzungen und Auswirkungen bez. der zukünftigen Planung erörtert. Wir unterstützen die Eltern, das Verhalten ihres Kindes aus einem veränderten Blickwinkel zu betrachten.

Elterntreffen: Wir laden alle Eltern der uns anvertrauten Personen vierteljährlich zu uns ein. Dort können sich Eltern untereinander austauschen. Beim gemütlichen Kaffeetrinken mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und Mitarbeitern bieten sich vielfältige Kennlern- und Kontaktmöglichkeiten.
Bemerkenswert ist jedes Mal die Aufregung und Vorfreude der Kinder, wenn die eigenen Eltern zu dieser Veranstaltung kommen.

Im Anschluss findet eine „große Runde“ statt: Eltern informieren sich über unseren pädagogischen Alltag und klären Fragen (wie z. B. Wie setze ich Grenzen? Wie kann ich konsequenter werden?). Von uns verwendete Methoden wie z. B. die „Skulpturarbeit bzw. Familienaufstellung nach Virginia Satir“ wird live mit Freiwilligen durchgeführt, damit Eltern das Geschehen und die Erfolge nachvollziehen können.

Die Lebensgemeinschaft Nordland begrüßt und unterstützt Elterninitiative.

Die Eltern erhalten als Beteiligte Mitsprachemöglichkeiten in der Lebensgemeinschaft Nordland. Von den Eltern wird ein/e Elternvertreter/in gewählt, der/die die Meinung der Eltern vertritt.
„Schnuppertherapie“ mit Eltern: Eltern werden auf Wunsch durch unsere Mitarbeiter mit systemischer Familientherapiequalifikation mit dem therapeutischen Setting vertraut gemacht. Wir führen bis zu fünf Sitzungen zum Kennenlernen durch und begleiten die Suche nach einem Therapeuten am Wohnort.
Elternbefragungen werden in der Lebensgemeinschaft Nordland unregelmäßig durchgeführt. Sie beziehen sich auf die Ergebnisqualität und die thematische Gestaltung des Elterntreffens.

Die Anzahl der teilnehmenden Eltern, auch mit langen Anfahrtswegen, bestätigt die Bedeutung des Elterntreffs für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Eltern und der Lebensgemeinschaft Nordland.

 

Therapeutisches Intensiv Programm (T.I.P.)

Die Lebensgemeinschaft Nordland sucht individuell nach passenden Lösungsstrategien für anvertraute Personen.
Wir erstellen mit den Beteiligten eine gemeinsame Familienanamnese. Aufgrund unserer Philosophie orientieren wir uns bei der Suche nach Lösungen an den Zielen der Kinder und Jugendlichen und der (Pflege-) Eltern.

Unser Therapeutisches-Intensiv-Programm (T.I.P.) gliedert sich in T.I.P.in und T.I.P.out Module:
Alle T.I.P.in – Module sind gekennzeichnet dadurch, dass sie zusätzlich zum bekannten Alltag der anvertrauten Person stattfinden. T.I.P.out – Module ziehen durch die örtliche Verlagerung (z. B. Krisen-Mobil, Schweden- Haus, Brandenburg-Haus) eine Veränderung des Alltags der anvertrauten Person mit sich.

Therapeutisches-Intensiv-Programm (T.I.P.)
Bei den Modulen des Therapeutischen-Intensiv- Programms handelt es sich um Sonderleistungen, die in Absprache mit dem Kostenträger angeboten und erbracht werden und in der Regel zeitlich begrenzt sind. Besteht nach unserer Ansicht eine zusätzliche therapeutische Fördermöglichkeit suchen wir das Gespräch mit allen Beteiligten über Art und Umfang der Sonderleistungen.

 

Einzelbetreuung

Manche Kinder und Jugendliche sind (noch) nicht in der Lage sich selbst zu organisieren und ganztags den Anforderungen des Gruppenlebens stand zu halten. Sie sind überfordert, wenn Anforderungen an sie herangetragen werden. Ablenkung von außen und die innere Frage „wie wirke ich auf andere?“ stören die Konzentration auf eine Sache, oder ein bestehendes Trauma lässt keinen Raum für Neues.
In einer 1:1-Betreuung besteht die Möglichkeit intensiv neue Erfahrungen zu sammeln, indem die anvertraute Person

  • auf eine Person fixiert ist / bleibt
  • spezifische Aufgaben erarbeitet und aktiv umsetzt
  • von der betreuenden Person unterstützt wird und die zwischen eigenen Bedürfnissen und denen der sozialen Umwelt „dolmetscht“
  • nach und nach weitere Anforderungen (Schule, Familie, Beziehungen) von außen integriert.

Dadurch erleben Kinder und Jugendliche Erfolge, sehen ihre Fähigkeiten und Leistungen und gewinnen Sicherheit, um motiviert ihren Lernraum auszuweiten. Im Einzelfall ebnet die Einzelbetreuung den Weg zur Einzelbeschulung.

Welche Förderung zielführend ist und wie viele Stunden sie umfasst, wird in der Hilfeplanung vereinbart.

Die Einzelbetreuung wird auch teilstationär angeboten.

Therapeutisches Reiten

Kinder und Jugendliche sind besonders über den Kontakt zu Tieren emotional erreichbar. Die Lebensgemeinschaft Nordland bietet in Kooperation mit einem ortsansässigen Pferdestall individuelle und ressourcenorientierte Förderung anvertrauter Personen über das Medium Pferd. Diese begünstigende Beeinflussung der Persönlichkeitsentwicklung insbesondere in den Bereichen Motorik, Wahrnehmung, Lernen, Befindlichkeit und Verhalten gehört zur Zielsetzung (Sensorische Integration).

Reiten und der Umgang mit Pferden trägt in idealer Weise dazu bei, das Bedürfnis nach positiver Zuwendung zu befriedigen und soziale Fertigkeiten zu trainieren. Pferde wirken in der pädagogischen Arbeit als Vermittler, da sie den emotionalen Zugang erleichtern.

Das Pferd fordert zu klarer Ausdrucksweise und Kontaktaufnahme auf. Die anvertraute Person entwickelt, sowohl sensomotorische Fähigkeiten als auch eine authentische Körpersprache.

Ein Pferd reagiert unmittelbar und besteht auf konzentriertes Verhalten. Die Konzentrations- und Lernfähigkeit sowie der angemessene Umgang mit Emotionen (z.B. Wut, Ärger, Trauer, Freude) stehen häufig im Vordergrund der Zusammenarbeit. Kinder und Jugendliche empfinden dem Pferd gegenüber Respekt, Angst, Bewunderung und Liebe – bekannte Voraussetzungen für Erziehungs- und Lernprozesse. Diese Tugenden werden erlebbar und fließen in den Alltag ein.

Die entsprechende Konzeption lassen wir Ihnen auf Wunsch gerne zukommen.

Familientherapie

Aufgrund unserer systemischen und sozialräumlichen Philosophie denken und handeln wir systemisch, d. h. wir beziehen das Umfeld in den Entwicklungs- und Veränderungsprozess mit ein.

Eine anvertraute Person hat die Möglichkeit zur Veränderung und Selbstständigkeit, wenn das System (z. B. Eltern) die Erlaubnis dafür gibt und sich entsprechend verhält. Vorhandene Loyalitätskonflikte werden bearbeitet. Rückführungen werden möglich, wenn das Herkunftssystem und der jeweilige Sozialraum auch durch eigene Veränderung die Entwicklung anvertrauter Personen unterstützt.

Die Lebensgemeinschaft Nordland bietet Familientherapie in verschiedenen Konstellationen und deren Mischformen an:

  • für die anvertrauten Personen
  • für die (Pflege-) Eltern, Großeltern (siehe Elternarbeit)
  • für anvertraute Personen mit Eltern oder anderen Bezugspersonen als Intensiv- Familientherapie-Block: Wir bieten therapeutisch-pädagogische Sitzungen mit externen Therapeuten/Fachkräften an, die in ihrer Intensität über das reguläre Angebot hinausgehen (siehe T.I.P.in Countdown I mit Rückführungsgarantie und T.I.P.out Countdown II)

Welche Förderung zielführend ist und wie viele Stunden sie umfasst, wird in der Hilfeplanung mit den beteiligten Personen vereinbart.

Countdown – Rückführung nach Zeitplan

Aufgrund unserer Erfahrungen und Erfolge aus der Vergangenheit übernehmen wir hier die Garantie für einen verbindlichen Rückführungstermin in die Herkunftsfamilie und tragen die entsprechenden Risiken: Nach einer dreimonatigen Diagnose- und Orientierungsphase der anvertrauten Person in unserer Einrichtung wird in einer Konferenz aller Beteiligten der Rückführungstermin verbindlich festgelegt. Vorausgesetzt wird u. a. die ausdrückliche Bereitschaft der Herkunftsfamilie zur systemischen Familientherapie mit entsprechender Mitarbeit. Erfolgt die Rückführung trotz Erfüllung der Voraussetzungen nicht zum vereinbarten Termin, reduziert sich der Tagespflegesatz. Nach der erfolgreichen Rückführung der anvertrauten Person in die Familie findet eine familientherapeutische Nachsorge über ca. drei Monate durch die Lebensgemeinschaft Nordland statt.